Talent Days Bodensee - bayerische Kletterer mit dabei

von Stefan Moll

 

Mit einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung im Festspielhaus Bregenz gingen am 27. September nach drei Tagen die ersten Talent Days Bodensee zu Ende. Rund 250 junge Sporttalente im Alter von 12 bis 14 Jahren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein hatten dort in Handball, Volleyball, Schwimmen und Klettern zusammen trainiert. Das Besondere: Die Gleichaltrigen aus den Nachbarländern hätten sich sonst höchstens im Wettkampf getroffen.

Training, Workshops und Begegnung mit einer Olympiamedaillengewinnerin

Die Jugendlichen kamen aus zehn verschiedenen Ländern und Kantonen. Betreut wurden sie von 27 Trainerinnen und Trainern aus den vier Ländern. Auf dem Programm standen sportartspezifische Trainings und gemeinsame Athletikeinheiten. In den Workshops für die Talente ging es um Zielsetzung (Ziele setzten. Klarheit schaffen. Loslegen.). Die Trainerinnen und Trainer beschäftigten sich mit den Themen „Umgang mit Fehlern“ sowie Kommunikation zur Stärkung von Leistung und Persönlichkeit. In einer letzten Trainingseinheit am Sonntag konnten die Jugendlichen das Gelernte noch einmal anwenden.

Am Samstagabend war Anna-Maria Wagner, zweifache Judo-Weltmeisterin und zweifache Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Tokio, im Festspielhaus zu Gast. Für die 30-Jährige war es ein „Heimspiel“: Sie reiste aus Ravensburg an, wo sie aufgewachsen ist. Die Judoka erzählte von ihrer Karriere, sprach mit den Jugendlichen über Motivation, Ziele und die Anforderungen des Spitzensports und beantwortete ihre Fragen. Im Anschluss gab sie Autogramme und machte Fotos mit den Talenten.

„Ich freue mich, dem Nachwuchs etwas mitgeben zu können. Das habe ich schon während meiner aktiven Karriere gerne gemacht, und auch jetzt werde ich regelmäßig angefragt. Aber vor so vielen Jugendlichen zu sprechen ist auch für mich ungewöhnlich“, sagte Wagner. „Ich selbst würde rückblickend alles immer wieder so machen. Den Jugendlichen sage ich aber immer: Es macht nur Sinn, wenn man es wirklich will! Man muss bereit dafür sein, mehr als 150 Prozent zu geben, sonst kriegt man nicht den Output, den man sich wünscht. Und es muss Leidenschaft dahinterstecken!“

Was die Jugendlichen mitnehmen

Zum Abschluss wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt, wie sie die drei Tage erlebt haben. Zwei Volleyball-Talente aus der Schweiz (beide 14 Jahre) waren sich einig: „Es ist ein tolles Erlebnis mit tollem internationalem Austausch!“ Was sie anderen mit auf den Weg geben würden? „Macht auf jeden Fall mit, wenn ihr die Chance habt! Es ist toll, dass hier so viel angeboten wird. Die Mitmachstationen im Festspielhaus waren toll. Alles ist recht gut organisiert, wir wissen immer, wann wir wohin sollen.“

Ein Talent aus Liechtenstein (14 Jahre) berichtete; „Es ist sehr cool hier, und ich habe schon viel Neues gelernt. Ich bin die einzige Handballspielerin aus Liechtenstein und in einem Zimmer mit drei Schweizerinnen untergebracht, das klappt gut. Man findet hier immer jemanden, der einem hilft. Ich denke, das Training hier hat mich auch sportlich weitergebracht.“

„Als ich die Einladung erhalten habe, habe ich sofort Ja gesagt! Die Atmosphäre ist sehr cool. Wir haben auch schon mit Kletterern aus anderen Regionen trainiert. Mir ist aufgefallen, dass sie sich ganz anders aufwärmen als wir“, stellte ein junger deutscher Kletterer (14) fest. „Ein paarmal mussten wir auf unseren Bus warten, aber ansonsten ist alles sehr professionell.“ Ebenso wie seine Mitstreiter aus Baden-Württemberg war er überrascht und beeindruckt von der großen Anzahl an Sportlerinnen und Sportlern, die für die Talent Days zusammenkamen.

Wie die Trainerinnen und Trainer die Talent Days erlebten

Unterstützt vom Organisationskomitee waren es die 27 Trainerinnen und Trainer, die die Talente eingeladen und das Programm mit Leben gefüllt hatten. „Für die jungen Sportlerinnen und Sportler ist es eine Ehre, hier dabei zu sein. In Vorarlberg haben wir aus dem Kreis der Kaderathleten vier Mädchen ausgewählt“, sagte Jörg Mäser, Vorstand des Vorarlberger Schwimmverbandes und verantwortlich für die Organisation der österreichischen Schwimmteilnehmerinnen. „Für die Betreuung haben wir eine Mischung aus Spitzen- und Nachwuchstrainerinnen nominiert, zwei Trainerinnen der jüngeren Generation haben die Möglichkeit erhalten hier dabei zu sein.“

Klettertrainer Marvin Winkler aus Deutschland erklärte, er selbst habe im internationalen Austausch mit den Trainerinnen und Trainern besonders hinsichtlich der Vereins- und Verbandsstrukturen viel lernen können, denn hier herrschen teils große Unterschiede.

Klettertrainerin Anke Hoffmann, ebenfalls aus Deutschland, stellte fest: „Für mich war spannend zu sehen, wie das gemeinsame Athletiktraining mit Kletterern und Handballern funktioniert: Im Handball herrscht Körperkontakt, die Sportlerinnen und Sportler haben eine andere Statur, müssen sich anders durchsetzen.“

„Ich bin mit relativ wenig Vorwissen hergekommen, aber ich muss sagen, es läuft alles sehr gut“, sagte der Liechtensteiner Volleyballtrainer Adrian Ritter. „Für viele Sportler ist es der erste Austausch mit anderen Nationen, es ist schön, dass sie diese Erfahrung machen und auch sehen können, dass sie die Chance haben, mal in ausländischen Teams zu spielen.“

2028 geht es weiter

Die Talent Days Bodensee werden künftig alle zwei Jahre stattfinden. Für 2028 ist eine weitere Austragung vom 22. bis 24. September 2028 in Vorarlberg vorgesehen. Welche Sportarten und Programmpunkte dann angeboten werden, wird in den kommenden Monaten erarbeitet. Einfließen sollen die Erfahrungen aus der ersten Ausgabe und die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

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